Beim Kauf von
Flexodruckmaschinen für Verpackungsdruckereien konzentrieren sich die meisten Käufer ausschließlich auf die maximale mechanische Geschwindigkeit der Anlage und vernachlässigen praktische Produktionsbeschränkungen durch Antriebsstruktur, Substratgewicht und Druckbreite.
Flexodruckmaschinen gibt es in mehreren Bauarten: Einheitsbauart, Hülsenbauart und Blütenblattbauart. Ein standardisiertes Auswahlverfahren verhindert eine Fehlanpassung zwischen Anlage und realen Produktionsbedingungen.
Schritt 1: Quantifizierung der Produktionsanforderungen und Berechnung grundlegender Kennzahlen
Übersetzen Sie Auftragsanforderungen in quantifizierbare Parameter, die mit den Spezifikationen der
Flexodruckmaschine abgeglichen werden können.
1.1 Berechnung von Produktionskapazität und Spezifikationskennzahlen
Theoretische Stundenkapazität = Druckgeschwindigkeit (m/min) × 60Tatsächliche effektive Produktionskapazität = Theoretische Stundenkapazität × 70 % bis 82 %. Dieser Effizienzbereich berücksichtigt Stillstandsverluste durch Plattenwechsel, Maschineneinstellungen und Rollenwechsel.
1.2 Erfassung der betrieblichen Grenzbedingungen
Materialparameter: Üblicher Substratgewichtsbereich, maximale Druckbreite, Druckplattenwiederhollänge;Registergenauigkeit: Registerabweichung bei konstanter Geschwindigkeit sowie Beschleunigung und Verzögerung, welche die endgültige Druckqualität bestimmt;Prozessbedingungen: Tintenart (wasserbasiert / UV) sowie Bedarf an Spezialprozessen wie medizinischer Rahmenbeschichtung;Standortbedingungen: Überprüfung der Maschinenabmessungen, Bestätigung der Werkstattstellfläche und einer standardmäßigen 380V-Stromversorgung.
Schritt 2: Klassifizierung technischer Lösungen und Maschinenklassen
Verschiedene Modelle der
Flexodruckmaschine verfügen über differenzierte Strukturdesigns für unterschiedliche Druckanforderungen. Die wesentlichen Unterschiede liegen in Antriebsart, Geschwindigkeitsbereich und Plattenwechseleffizienz, wodurch sowohl serielle Großproduktion als auch kundenspezifische Fertigung abgedeckt werden.
Maschinenmodell | Hauptmerkmale | Geschwindigkeitsbereich | Anwendungsbereiche | Objektive Hinweise |
Flexodruckmaschine in Einheitsbauart | Zahnradantrieb mit ausgereifter, stabiler Struktur | 150–240 m/min | Standard-Großproduktion von Papiertüten, Kartons und Lebensmittelverpackungen | Kompatibel mit zahlreichen Papiermaterialien bei ausgewogenen Investitionskosten |
Vollservo-Hülsenmaschine | Hülsen-Druckplattenwalze ohne Zahnradbegrenzungen | 300–400 m/min | Produktion mit variablen Abmessungen und häufigem Plattenwechsel | Reduziert Plattenwechselzeiten, benötigt größere Aufstellfläche |
Flexodruckmaschine in Blütenblattbauart | Schnellwechselsystem für Druckplatten in Blütenblattkonstruktion | 160–240 m/min | Vorbedruckung von Wellpappe und Großserienproduktion von Papiererzeugnissen | Einfacher Ein- und Ausbau von Druckplatten und Aniloxwalzen für effiziente Arbeitsabläufe |
Parameterdefinition: Die Druckplattenwiederhollänge gibt die umlaufende Wiederholgröße des Druckmusters an. Verschiedene Modelle der
Flexodruckmaschine verfügen über individuelle gültige Bereiche zur Gewährleistung einer stabilen Druckqualität.
Schritt 3: Parameterabgleich und Prüfung der Anforderungskonformität
Bei der Auswahl der passenden
Flexodruckmaschine prüfen Sie die folgenden Kernparameter punktuell:
Breitenkonformität: Die maximale Druckbreite der Anlage muss mindestens der tatsächlichen Auftragsdruckbreite entsprechen;
Materialkonformität: Die Produktion erfolgt innerhalb des nominalen Gewichtsbereichs der Maschine, eine Verarbeitung außerhalb der zulässigen Spezifikationen ist unzulässig;
Prozesskonformität: Für Verpackungen mit speziellem medizinischem Rahmenbeschichtungsverfahren sind spezialisierte Modelle zu wählen;
Strom- und Standortkonformität: Sicherstellen einer stabilen 380V-Stromversorgung sowie ausreichend Aufstellfläche für die Maschineninstallation.
Schritt 4: Sekundärauswahl nach Anwendungsfall und Wartungsbedingungen
Bei standardisierter Großproduktion von Lebensmittelpapiertüten und Pappbechern mit festen Spezifikationen ist die Einheitsbauart geeignet.
Bei vielfältigen Produktabmessungen und häufigem Plattenwechsel wird die vollservogesteuerte Hülsenmaschine empfohlen.
Bei Schwerpunkt auf Wellpappe-Vorbedruck und großangelegter Papierproduktion ist die Blütenblattbauart zu wählen.
Bei Produktion mit Rückseitenklebeschicht für medizinische Handschuhverpackungen kommt das spezialisierte Modell mit medizinischer Rahmenbeschichtungsfunktion zum Einsatz.
Zusammenfassung: Schnellauswahl der passenden Anlage
Nach Abschluss des vierstufigen Auswahlprozesses lassen sich 2 bis 3 geeignete Modelle der
Flexodruckmaschine ermitteln. Je nach Produktionsanforderungen können optionale Module wie Trocknungseinheiten und Online-Prüfsysteme bewertet werden.
Selbstprüfcheckliste:
1. Vorhalten eines ausreichenden Kapazitätsspielraums für die reale Produktion;
2. Sicherstellen, dass Druckbreite und Plattenwiederhollänge im gültigen Maschinenbereich liegen;
3. Bestätigen, dass die Maschinenprozesse vollständig den Auftragsanforderungen entsprechen;
4. Überprüfen, dass Stromversorgung und Werkstattfläche den Maschinenanforderungen genügen.
Falls keine eindeutige Maschinenauswahl möglich ist, können anhand von Druckmustern und Auftragsdaten detaillierte Eignungsprüfungen durchgeführt werden, um die optimale
Flexodruckmaschine auszuwählen.